Glossar A-Z & Lehrreden

👤 Von Ronald Mayrhofer  |  ⏱️ Ca. 42 Min. Lesezeit

Gesamt-Glossar / Index der Schlüsselbegriffe

Ein Wegweiser durch die zentrale Terminologie des frühen Buddhismus

🎙️ Zum Anhören: Ein Überblick über diesen Bereich (Hauptanliegen und Unterthemen) steht auch als Audio-Version (Podcast) bereit.

Dieses umfassende Gesamt-Glossar dient als zentraler Wegweiser durch die Terminologie des frühen Buddhismus. Die im Pāli-Kanon überlieferte Lehre verwendet eine hochpräzise Fachsprache, um tiefgreifende psychologische und philosophische Prozesse exakt zu beschreiben. Ein klares Verständnis dieser spezifischen Begrifflichkeiten ist unerlässlich, um den Dhamma in seiner vollen Tiefe zu erfassen und sinnvoll in die eigene Praxis zu integrieren.

Da viele Kernkonzepte weitreichende Implikationen besitzen, fungiert dieses Verzeichnis als strukturiertes Nachschlagewerk. Oftmals werden Pāli-Begriffe in westlichen Übersetzungen stark vereinfacht oder durch kulturell vorgeprägte Vorstellungen verfälscht. So meint etwa Kamma (skr: Karma) nicht einfach „Schicksal“, sondern die absichtsvolle Handlung und ihre Folgen, und Nibbāna (skr: Nirvāṇa) bezeichnet keinen Ort, sondern das Erlöschen von Gier, Hass und Verblendung und wird in den Suttas zugleich als das Unbedingte beschrieben. Das Glossar hilft dabei, solche typischen Missverständnisse aufzulösen und die pragmatische, erfahrungsbasierte Bedeutung der Konzepte wieder greifbar zu machen.

Dabei gilt ein Grundsatz, der die ganze Seite trägt: Begriffe sind Werkzeuge, keine Gegenstände. Sie zeigen auf Erfahrung, die man selbst prüfen kann („komm und sieh“, Ehipassiko), und sie sind ein Floß, das man zum Übersetzen nutzt, nicht ein Ufer, an dem man sich festhält. Ein Glossar kann deshalb nur ein Einstieg sein. Die Antworten auf die wichtigen Fragen stehen in den Lehrreden selbst und vor allem in der eigenen Übung.

Wo Übersetzungen in die Irre führen

  • Dukkha: meist mit „Leiden“ übersetzt, umfasst aber auch das subtile Unbefriedigende, Unbeständige und Bedingte, nicht nur Schmerz.
  • Sati: „Achtsamkeit“ trifft nur einen Teil; wörtlich verweist das Wort auf Erinnern und Gegenwärtighalten, und in den Suttas ist es mit Unterscheidung (heilsam/unheilsam) und Klarem Verstehen verbunden. Das Etikett „nicht-wertend“ stammt aus der modernen Achtsamkeitspraxis, nicht aus dem Kanon.
  • Vitakka und Vicāra: je nach Kontext „Denken“ und „Überlegen“; im Jhāna-Zusammenhang eher Hinwendung des Geistes zum Objekt und Untersuchen, vergleichbar mit Scheinwerfer und Lupe.
  • Upādāna: wird mit „Anhaften“ übersetzt, bedeutet wörtlich auch „Brennstoff“; das Bild des Feuers gehört zum Begriff.
  • Mettā: ist nicht mit Mitleid (Karuṇā) oder bloßer Sympathie gleichzusetzen; die vier Brahmavihāra haben jeweils eigene „nahe Feinde“, also täuschend ähnliche Fehlformen.
  • Anattā: „Nicht-Selbst“ ist in den Suttas vor allem eine Übung des Nicht-Identifizierens („das bin ich nicht, das ist nicht mein“), keine bewiesene Behauptung, dass es ein Selbst „nicht gibt“.
  • Nibbāna: „Erlöschen“ meint das Verlöschen von Gier, Hass und Verblendung, nicht die Auslöschung eines Lebewesens und keinen jenseitigen Ort; die Suttas sprechen auch von einer „Abkühlung“ schon im gegenwärtigen Leben.
  • Kamma: ist die Absicht (Cetanā) und das daraus folgende Handeln, kein Schicksal. Nicht alles, was einem geschieht, ist Kamma-Folge.
  • Samatha und Vipassanā: werden oft als zwei getrennte „Methoden“ verstanden; in den Suttas sind es zwei Qualitäten des Geistes (Ruhe und Einsicht), die zusammengehören und im Gleichschritt entwickelt werden.

Woher stammen die Begriffe?

Das Glossar widmet sich dem frühen Buddhismus, also den Begriffen der vier großen Sammlungen der Lehrreden (Nikāya). Einige Einträge stammen jedoch aus jüngeren Schichten, die für das Verständnis der Tradition wichtig sind: aus dem Abhidhamma, aus den Kommentaren (zum Beispiel dem Visuddhimagga) oder aus späten Teilen des Kanons. Solche Einträge sind mit einem kurzen Herkunftshinweis versehen. Bodhi wird auf dieser Seite sowohl mit „Erwachen“ als auch mit „Erleuchtung“ wiedergegeben; Seitentitel wie „Erleuchtungsglieder“ folgen dem verbreiteten Sprachgebrauch.

Jeder Eintrag ist einheitlich strukturiert und enthält:

  • Hauptstichwort: den Pāli-Begriff (inklusive korrekter diakritischer Zeichen nach IAST-Standard).
  • Übersetzung: die gängigste deutsche Übersetzung oder inhaltliche Entsprechung in Klammern.
  • Aussprachehilfe: eine phonetische Orientierung (kursiv) für den deutschsprachigen Raum.
  • Kurzbeschreibung: eine prägnante Erklärung (ein bis drei Sätze) zur schnellen thematischen Einordnung, bei Bedarf mit Herkunftshinweis.
  • Link-Hinweis: ein direkter Verweis auf die ausführliche Detailseite, sofern das jeweilige Konzept auf dem Portal bereits umfassend beleuchtet wird.

Neben dem alphabetischen Index unterstützt eine gezielte Suchfunktion dabei, komplexe Themengebiete und Zusammenhänge schnell zu filtern. Wer nach dem Klären der Begrifflichkeiten direkt in das Quellenstudium gehen möchte, findet zudem im angegliederten Lehrreden-Verzeichnis den optimalen Zugang, um die originalen Texte des Buddha in ihrem authentischen Kontext zu ergründen.

Kurze Lesehilfe für Pāli

Pāli hat keine eigene Schrift. Die Sprache wurde mündlich überliefert und später in den regionalen Schriften der buddhistischen Länder aufgezeichnet; heute wird meist die lateinische Umschrift (IAST) genutzt. Das Schöne daran: Man spricht sie fast genau so, wie man sie in dieser Umschrift schreibt. Für deutschsprachige Leser gibt es einige Besonderheiten zu beachten, die in der Aussprachehilfe dieses Glossars bereits berücksichtigt sind:

  • c wird immer wie „tsch“ gesprochen (z. B. Citta klingt wie „Tschitta“).
  • y wird immer wie ein deutsches „j“ gesprochen (z. B. Māyā wie „Maaja“).
  • v ist weich wie ein deutsches „w“ (nicht wie in „Vogel“).
  • ṃ (oder ṁ) und ṅ sind nasale Laute und werden wie das „ng“ in „Junge“ oder „Sing-sang“ gesprochen (z. B. Saṅgha wie „Sanggha“).
  • ñ wird wie „nj“ gesprochen (z. B. Paññā ≈ „Pannjaa“).
  • h nach Konsonanten (z. B. kh, th, dh, bh) ist immer ein hörbarer Lufthauch (aspiriert). Ein „th“ ist also ein „t“ mit Hauch, kein englisches „th“. Besonders wichtig: ph ist ein behauchtes „p“, kein „f“ (Phassa klingt wie „Passa“ mit Hauch), und ch ist ein behauchtes „tsch“, nicht das deutsche „ch“.
  • ṭ, ḍ, ṇ, ḷ (Punkt unter dem Buchstaben) markieren Laute mit zurückgebogener Zunge; für den Einstieg genügt die normale Aussprache.
  • Strich über Vokal (ā, ī, ū) bedeutet: Dieser Laut wird lang gezogen (wie in „Bahn“, „Lied“ oder „Mut“). In der Aussprachehilfe ist dies durch Doppelvokale (aa, ii, uu) dargestellt.
  • Doppelkonsonanten (wie tt, dd, mm, pp) werden deutlich länger gehalten, ohne Pause (z. B. das „tt“ in Mettā).

Hinweis zur Praxis: Sprache ist lebendig. Einige Begriffe (wie Saṃsāra) sind im Deutschen längst eingebürgert und werden oft so ausgesprochen, wie sie gelesen werden (also mit „n“ statt „ng“). Die Regeln sind daher als Orientierung für die ursprüngliche Lautung zu verstehen, wohlwissend, dass im gelebten Alltag oft mehrere Varianten nebeneinander bestehen und ihre Berechtigung haben.

Tiefer in die Lehren eintauchen

Lehrreden Verzeichnis
Lehrreden Verzeichnis

Lehrreden-Verzeichnis
Während dieses Glossar dir hilft, einzelne Begriffe zu verstehen, sind die Lehrreden des Pali-Kanons die eigentliche Quelle dieser Weisheit. Möchtest du die Originaltexte des Buddha selbst erkunden? Dann nutze unsere Übersicht der Lehrreden, um die Suttas (Lehrreden) in ihrem ursprünglichen Kontext zu studieren und die Zusammenhänge der Lehre noch tiefer zu verstehen.

Suchanleitung/Suchhilfe

Glossar A-Z Inhaltsverzeichnis

A | B | C | D | E | H | I | J | K | L | M | N | O | P | R | S | T | U | V | Y

A

Abhidhamma (Höhere Lehre) – Aussprache: A-bhi-dham-ma
Die dritte „Korb“-Sammlung des Pāli-Kanons: eine systematische Analyse von Geist und Körper in letzte Daseinsfaktoren. Herkunft: jünger als die vier Nikāyas; sie ordnet die Begriffe der Suttas zu einem Lehrgebäude.
[Link zur Hauptseite zu Der Abhidhamma-Piṭaka]

Adhiṭṭhāna (Entschlossenheit) – Aussprache: A-dhit-thaa-na
Die unerschütterliche Entschlossenheit, sich an die Praxis zu halten und das Ziel der Befreiung zu erreichen. Sie ist eine der zehn Vollkommenheiten.
[Link zur Hauptseite zu Entschlossenheit (Adhiṭṭhāna)]

Āhāra (Nahrung) – Aussprache: Aa-haa-ra
Vier Arten von „Nahrung“, die das Dasein erhalten: Speise, Kontakt, geistige Absicht und Bewusstsein. Der Begriff zeigt, dass Erfahrung und Werden ständig genährt werden und deshalb auch „ausgehungert“ werden können.
[Link zur Hauptseite zu Nahrung / Speise (Āhāra)]

Akusala-Mūla (Unheilsame Wurzeln) – Aussprache: A-ku-sa-la Muu-la
Die drei Wurzeln allen Übels und Leidens: Gier (Lobha), Hass (Dosa) und Verblendung (Moha). Sie sind die Triebfedern für unheilsames Kamma.
[Link zur Hauptseite zu Unheilsame Wurzeln (Akusala-Mūla)]

Anāgāmī (Nichtwiederkehrer) – Aussprache: Aa-naa-gaa-mii
Die dritte Stufe des Erwachens: Die ersten fünf Fesseln, auch Sinnesbegehren und Übelwollen, sind überwunden. Nach dem Tod kehrt der Anāgāmī nicht mehr in die Sinnenwelt zurück.
[Link zur Hauptseite zu Der weitere Pfad]

Ānāpānasati (Atemachtsamkeit) – Aussprache: Aa-naa-paa-na-sa-ti
Die Übung der Achtsamkeit auf den Ein- und Ausatem (zum Beispiel in MN 118). Sie beruhigt Körper und Geist und ist eine grundlegende Methode zur Entwicklung von Sammlung (Samādhi) und Einsicht. Der Atem ist dabei nur eines von vielen möglichen Meditationsobjekten, siehe Anussati üben: Wenn der Atem nicht trägt.
[Link zur Hauptseite zu Spezifische Meditationen]

Anattā (Nicht-Selbst) – Aussprache: A-nat-taa
Eines der drei Daseinsmerkmale: Nichts an den fünf Aggregaten taugt dazu, als „mein“, „ich“ oder „mein Selbst“ zu gelten, denn alles ist vergänglich und unbefriedigend. In den Suttas ist Anattā vor allem eine Übung des Nicht-Identifizierens und Nicht-Anhaftens und keine bewiesene Gegenthese zu einer Seele; die Frage nach einem Selbst als Lehrmeinung beantwortet der Buddha bewusst nicht (SN 44.10). Siehe auch Anattā vs. Ātman.
[Link zur Hauptseite zu Nicht-Selbst (Anattā)]

Anicca (Vergänglichkeit) – Aussprache: A-nit-tscha
Eines der drei Daseinsmerkmale: Alles Bedingte, materiell wie geistig, ist ständig im Wandel. Nichts ist permanent oder unveränderlich.
[Link zur Hauptseite zu Vergänglichkeit (Anicca)]

Anussati (Besinnung / Vergegenwärtigung) – Aussprache: A-nus-sa-ti
Eine Meditationsform, bei der man den Geist immer wieder auf ein bestimmtes heilsames Objekt richtet, zum Beispiel auf die Qualitäten des Buddha (Buddhānussati), um Vertrauen, Freude und Sammlung zu entwickeln. Eine Anleitung dazu: Anleitung Anussati.
[Link zur Hauptseite zu Vergegenwärtigung (Anussati)]

Anusaya (Latente Neigungen) – Aussprache: A-nu-sa-ja
Die tief sitzenden, „schlafenden“ Tendenzen im Geist (traditionell sieben), die noch nicht als Gedanken oder Gefühle sichtbar sind, aber das Potenzial für deren Entstehung bergen. Sie lauern im Untergrund und reagieren impulsiv auf Sinnesreize.
[Link zur Hauptseite zu Latente Neigungen (Anusaya)]

Appamāda (Unermüdlichkeit / Wachsamkeit) – Aussprache: Ap-pa-maa-da
Die sorgfältige, nicht nachlässige Haltung in allem Heilsamen. Der Buddha beschließt seine Lehrzeit nach DN 16 mit der Mahnung, mit Wachsamkeit weiterzuüben.
[Link zur Hauptseite zu DN 16 – Mahāparinibbāna Sutta]

Arahant (Würdiger / Vollendeter) – Aussprache: A-ra-hant
Wer alle zehn Fesseln überwunden hat (vierte Stufe des Erwachens): Gier, Hass und Verblendung sind erloschen, es gibt kein weiteres Werden.
[Link zur Hauptseite zu Der weitere Pfad]

Ariya (Edel / Heilig) – Aussprache: A-ri-ja
Bezeichnet im Buddhismus alles, was fern von den Befleckungen (Kilesa) und auf die Befreiung ausgerichtet ist. Es bezieht sich auf die Personen, die den Pfad verwirklicht haben, sowie auf die Wahrheit und den Pfad selbst.
[Link zur Hauptseite zu Achtfacher Pfad (Übersicht)]

Ariya Aṭṭhaṅgika Magga (Edler Achtfacher Pfad) – Aussprache: A-ri-ja At-thang-gi-ka Mag-ga
Der vom Buddha verkündete Weg, der zur Beendigung des Leidens führt (die vierte Edle Wahrheit). Er umfasst die Übung in Weisheit, Sittlichkeit und Sammlung.
[Link zur Hauptseite zu Achtfacher Pfad (Ariya Aṭṭhaṅgika Magga)]

Ariya-Puggala (Edle Personen) – Aussprache: A-ri-ja Pug-ga-la
Sammelbegriff für jene Praktizierenden, die eine der vier Stufen des Erwachens (vom Stromeingetretenen bis zum Arahant) erreicht haben und somit sicher dem Pfad zur Befreiung folgen.
[Link zur Hauptseite zu Die acht edlen Personen]

Arūpa-rāga (Formloses Begehren) – Aussprache: A-ruu-pa Raa-ga
Das Begehren nach Existenz in formlosen Daseinsebenen oder die Anhaftung an Zustände formloser Vertiefungen. Es ist die siebte der zehn Fesseln.
[Link zur Hauptseite zu 7. Formloses Begehren (Arūpa-rāga)]

Āsavā (Triebe) – Aussprache: Aa-sa-waa
Vier Arten von „Fermenten“, „Einflüssen“ oder „Trieben“, die den Geist verunreinigen und zur weiteren Existenz im Kreislauf der Wiedergeburten führen: Sinnestrieb, Daseinstrieb, Ansichtentrieb und Unwissenheitstrieb.
[Link zur Hauptseite zu Triebe (Āsavas)]

Atakkāvacara (Jenseits logischen Denkens) – Aussprache: A-tak-kaa-wa-tscha-ra
Beschreibt, dass die tiefe Wahrheit des Dhamma (insbesondere Nibbāna) nicht allein durch Spekulation oder Logik (Takka) erfasst werden kann, sondern durch unmittelbare Erfahrung bestätigt werden muss.
[Link zur Hauptseite zu Jenseits von Worten]

Avijjā (Unwissenheit) – Aussprache: A-wid-dschaa
Das grundlegende Nichtwissen der Vier Edlen Wahrheiten und des Bedingten Entstehens. Sie ist das erste Glied der Kette des Bedingten Entstehens und der Grundirrtum, der Leiden verursacht (eng verwandt mit Moha). Auch die zehnte der zehn Fesseln und Wurzel des Unwissenheitstriebs.
[Link zur Hauptseite zu Unwissenheit (Avijjā)]

Avijjāsava (Unwissenheitstrieb) – Aussprache: A-wid-dschaa-sa-wa
Einer der vier Triebe (Āsavas): das Nichtwissen um die Vier Edlen Wahrheiten und das Bedingte Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Unwissenheitstrieb (Avijjāsava)]

B

Bala (Kräfte / Spirituelle Kräfte) – Aussprache: Ba-la
Die fünf spirituellen Kräfte (Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Sammlung, Weisheit). Sie sind die gefestigte Weiterentwicklung der fünf Fähigkeiten (Indriya) und lassen sich von den entgegenwirkenden Hindernissen nicht erschüttern.
[Link zur Hauptseite zu Fähigkeiten (Indriyāni) und Kräfte (Balāni)]

Bhava (Werden) – Aussprache: Bha-wa
Der Prozess des Seins, der Existenz oder der weiteren Geburt, angetrieben durch Anhaften (Upādāna). Es ist das zehnte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Werden (Bhava)]

Bhavacakka (Rad des Lebens) – Aussprache: Bha-wa-tschak-ka
Eine symbolische Darstellung des Daseinskreislaufs (Saṃsāra), die die Daseinsbereiche und die treibenden Kräfte von Unwissenheit, Kamma und Wiedergeburt verbildlicht. Herkunft: das Bildmotiv ist vor allem aus der tibetischen Überlieferung bekannt (Skt: Bhavacakra); die zugrunde liegenden Inhalte sind kanonisch.
[Link zur Hauptseite zu Rad des Lebens (Bhavacakka)]

Bhāvanā (Meditation / Geistesschulung) – Aussprache: Bhaa-wa-naa
Wörtlich „Entfaltung“ oder „Werdenlassen“. Der Begriff umfasst jede Form der geistigen Schulung (Ruhe- und Einsichtsmeditation, Herzensqualitäten), um heilsame Zustände zu entwickeln. Er meint nicht „Meditation“ als bloße Sitztechnik, sondern das gesamte Kultivieren des Geistes.
[Link zur Hauptseite zu Bhāvanā = Meditation]

Bhavāsava (Daseinstrieb) – Aussprache: Bha-waa-sa-wa
Einer der vier Triebe (Āsavas): das Verlangen nach weiterer Existenz und Wiedergeburt in den verschiedenen Daseinsbereichen.
[Link zur Hauptseite zu Daseinstrieb (Bhavāsava)]

Bodhipakkhiyādhammā (37 Faktoren) – Aussprache: Bo-dhi-pak-khi-jaa-dham-maa
Die 37 Faktoren, die zum Erwachen führen, in sieben Gruppen: die vier Grundlagen der Achtsamkeit, die vier rechten Anstrengungen, die vier Wege zur Geistigen Kraft, die fünf Fähigkeiten, die fünf Kräfte, die sieben Erleuchtungsglieder und der Edle Achtfache Pfad.
[Link zur Hauptseite zu 37 Faktoren (Bodhipakkhiyādhammā)]

Brahmavihārā (4 Unermessliche) – Aussprache: Brah-ma-wi-haa-raa
Vier erhabene Geisteszustände oder „Göttliche Verweilungen“: liebende Güte (Mettā), Mitgefühl (Karuṇā), Mitfreude (Muditā) und Gleichmut (Upekkhā). Sie sind wichtige Meditationsobjekte zur Entwicklung eines weiten, reinen Herzens.
[Link zur Hauptseite zu 4 Unermessliche (Brahmavihārā)]

Buddha (Der Erwachte) – Aussprache: Bud-dha
Der Erwachte, der die Vier Edlen Wahrheiten aus eigener Einsicht erkannt und Nibbāna verwirklicht hat. Er ist das erste der Drei Juwelen.
[Link zur Hauptseite zu Buddha (Tathāgata)]

Byāpāda (Übelwollen) – Aussprache: Bjaa-paa-da
Eines der fünf Hindernisse, das sich als Bosheit, Feindseligkeit, Groll und Abneigung gegenüber anderen oder sich selbst äußert.
[Link zur Hauptseite zu Übelwollen (Byāpāda)]

C

Caṅkama (Gehmeditation) – Aussprache: Tschang-ka-ma
Eine Form der Meditation, bei der man bewusst geht, um Achtsamkeit, Sammlung und Einsicht zu entwickeln.
[Link zur Hauptseite zu Anleitung Gehmeditation (Caṅkama)]

Carita (Praxis nach Typ) – Aussprache: Tscha-ri-ta
Die Neigung oder der Temperamentstyp eines Meditierenden, der bestimmt, welche Übungen am wirksamsten sind (z. B. der zu Hass neigende Typ profitiert von Mettā). Herkunft: im Visuddhimagga systematisch ausgearbeitet, Ansätze reichen in die Suttas zurück.
[Link zur Hauptseite zu Praxis nach Typ (Carita)]

Cattāri Ariyasaccāni (4 Edle Wahrheiten) – Aussprache: Tschat-taa-ri A-ri-ja Sat-tschaa-ni
Die vier grundlegenden Wahrheiten, die der Buddha lehrte: das Leiden (Dukkha), die Ursache des Leidens (Samudaya), die Aufhebung des Leidens (Nirodha) und der Pfad zur Aufhebung des Leidens (Magga).
[Link zur Hauptseite zu 4 Edle Wahrheiten (Cattāri Ariyasaccāni)]

Cetanā (Absicht / Wollen) – Aussprache: Tsche-ta-naa
Der Wille hinter einer Handlung. Nach AN 6.63 ist die Absicht selbst das Kamma, und sie ist der Hauptfaktor der Saṅkhāra-Gruppe.
[Link zur Hauptseite zu Absicht, Wollen (Cetanā)]

Cetasika (Geistesfaktoren) – Aussprache: Tsche-ta-si-ka
Mentale Begleiter des Bewusstseins, die in jedem Bewusstseinsmoment mitentstehen und dessen Qualität bestimmen; sie werden in heilsame, unheilsame und neutrale Faktoren unterteilt. Herkunft: Abhidhamma, nicht in den vier Nikāyas.
[Link zur Hauptseite zu Geistesfaktoren (Cetasikas)]

Chanda (Wunsch, Neigung) – Aussprache: Tschan-da
Ein neutraler oder heilsamer Wunsch bzw. eine positive Neigung, die als Basis für Anstrengung und Entschlossenheit auf dem Pfad dienen kann, im Gegensatz zu gieriger Begierde (Taṇhā).
[Link zur Hauptseite zu Wunsch, Neigung (Chanda)]

Citta (Herz-Geist / Gemüt) – Aussprache: Tschit-ta
Der zentrale Begriff für den Geisteszustand oder das Gemüt. Citta ist der Schauplatz, auf dem sich Befreiung oder Leiden abspielen. Es bezeichnet weniger den Intellekt (Mano) als vielmehr die qualitative Verfassung oder „Stimmung“ des Geistes (z. B. gierig, hasserfüllt oder befreit, strahlend).
[Link zur Hauptseite zu Herz-Geist (Citta)]

Cittānupassanā (Geist (Betrachtung)) – Aussprache: Tschit-taa-nu-pas-sa-naa
Die achtsame Betrachtung des Geistes, seiner Zustände, Qualitäten und Veränderungen, als eine der vier Grundlagen der Achtsamkeit.
[Link zur Hauptseite zu Geist (Cittānupassanā)]

D

Dāna (Geben) – Aussprache: Daa-na
Die Praxis des Gebens, der Freigebigkeit und des Teilens. Sie ist die erste der zehn Vollkommenheiten und eine grundlegende heilsame Handlung. Siehe auch Praxis des Gebens im Alltag.
[Link zur Hauptseite zu Geben (Dāna)]

Dasa Saṃyojanāni (10 Fesseln) – Aussprache: Da-sa San-jo-dscha-naa-ni
Zehn mentale Fesseln, die Wesen an den Kreislauf der Wiedergeburten (Saṃsāra) binden und in vier Stufen des Erwachens schrittweise überwunden werden.
[Link zur Hauptseite zu 10 Fesseln (Dasa Saṃyojanāni)]

Dhamma (Lehre) – Aussprache: Dham-ma
Die Lehre des Buddha, die universelle Gesetzmäßigkeit, die sie beschreibt, und die Wahrheit selbst. Es ist das zweite der Drei Juwelen. Im Plural (Dhammā) bedeutet das Wort auch „Phänomene“.
[Link zur Hauptseite zu Lehre (Dhamma)]

Dhammānupassanā (Geistobjekte (Betrachtung)) – Aussprache: Dham-maa-nu-pas-sa-naa
Die achtsame Betrachtung der Geistobjekte oder Phänomene, wie der fünf Hindernisse, der fünf Aggregate oder der sieben Erleuchtungsglieder, als eine der vier Grundlagen der Achtsamkeit.
[Link zur Hauptseite zu Geist-Objekte (Dhammānupassanā)]

Dhammavicaya (Dhamma-Untersuchung) – Aussprache: Dham-ma-wi-tscha-ja
Die Erforschung und Prüfung der Lehre und der eigenen Erfahrung, um ihre Wahrheit und Bedeutung zu verstehen. Es ist das zweite der sieben Erleuchtungsglieder.
[Link zur Hauptseite zu Dhamma-Untersuchung (Dhammavicaya)]

Dhātumanasikāra (Elemente-Betrachtung) – Aussprache: Dhaa-tu-ma-na-si-kaa-ra
Die analytische Betrachtung des Körpers anhand der vier grundlegenden Eigenschaften oder Elemente: Erde (Festigkeit), Wasser (Kohäsion), Feuer (Temperatur) und Luft (Bewegung).
[Link zur Hauptseite zu Spezifische Meditationen]

Diṭṭhi (Ansichten) – Aussprache: Dit-thi
Meinungen, Ansichten oder Überzeugungen, die bei starrem Festhalten zu Anhaftung und Leid führen, besonders wenn sie nicht auf eigener Einsicht beruhen. Es gibt unheilsame (Micchā-diṭṭhi) und heilsame, wegweisende Ansichten (Sammā-diṭṭhi).
[Link zur Hauptseite zu Ansichten (Diṭṭhi)]

Diṭṭhāsava (Ansichtentrieb) – Aussprache: Dit-thaa-sa-wa
Einer der vier Triebe (Āsavas): das Anhaften an Ansichten und dogmatische Meinungen, die den Fortschritt auf dem Pfad behindern. Siehe auch Die Sucht nach Ansichten.
[Link zur Hauptseite zu Ansichtentrieb (Diṭṭhāsava)]

Dosa (Hass) – Aussprache: Do-sa
Eine der drei unheilsamen Wurzeln (Akusala-Mūla), die sich als Hass, Abneigung, Zorn oder Bosheit zeigt. Sie ist ein Haupthindernis für die geistige Entwicklung.
[Link zur Hauptseite zu Hass (Dosa)]

Dukkha (Leiden) – Aussprache: Duk-kha
Das zentrale Konzept der ersten Edlen Wahrheit: Unzufriedenheit, Schmerz, Unbehagen und die grundlegende Unvollkommenheit alles Bedingten. Die Suttas unterscheiden drei Ebenen: offensichtlichen Schmerz, Leiden durch Wandel und das Unbefriedigende alles Bedingten (Saṅkhāra-dukkha).
[Link zur Hauptseite zu Leiden (Dukkha)]

E

Ehipassiko (Komm und sieh) – Aussprache: E-hi-pas-si-ko
Eine der Eigenschaften des Dhamma: Er lädt zur eigenen Überprüfung ein, statt Glauben zu verlangen. Die Lehre will erfahren und geprüft werden.
[Link zur Hauptseite zu Selbst prüfen]

H

Hiri & Ottappa (Scham & Scheu) – Aussprache: Hi-ri & Ot-tap-pa
Zwei untrennbare moralische Qualitäten, oft als „Wächter der Welt“ bezeichnet. Hiri ist das innere Schamgefühl vor unheilsamem Tun, Ottappa die gesunde Scheu vor dessen Folgen.
[Link zur Hauptseite zu Scham & Scheu (Hiri/Ottappa)]

I

Idappaccayatā (Spezifische Bedingtheit) – Aussprache: I-dap-pat-tscha-ja-taa
Das Grundprinzip hinter dem Bedingten Entstehen: „Wenn dies ist, ist jenes; mit dem Entstehen von diesem entsteht jenes.“ Es beschreibt keine Schöpfung und keinen Plan, sondern das Zusammenspiel von Bedingungen.
[Link zur Hauptseite zu Bedingtes Entstehen (Übersicht)]

Iddhipādā (Wege zur Geistigen Kraft) – Aussprache: Id-dhi-paa-daa
Die vier Wege zu geistiger Kraft, die durch Sammlung und Beherrschung des Geistes entstehen: Wunsch, Energie, Geist und Untersuchung. Sie sind Teil der 37 Faktoren zum Erwachen und werden in den Suttas auch als Grundlage für Erfolg im Heilsamen gelehrt.
[Link zur Hauptseite zu Wege zur Geistigen Kraft (Iddhipādā)]

Indriyāni & Balāni (Fähigkeiten & Kräfte) – Aussprache: In-dri-jaa-ni & Ba-laa-ni
Fünf spirituelle Fähigkeiten (Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Sammlung, Weisheit) und ihre entsprechenden Kräfte, die entwickelt werden müssen, um den Pfad zu gehen.
[Link zur Hauptseite zu Fähigkeiten (Indriyāni) und Kräfte (Balāni)]

J

Jarāmaraṇa (Altern / Tod) – Aussprache: Dscha-raa-ma-ra-na
Der natürliche Prozess des Alterns und Sterbens, das letzte Glied in der Kette des Bedingten Entstehens, das als Folge von Geburt (Jāti) auftritt.
[Link zur Hauptseite zu Altern/Tod (Jarāmaraṇa)]

Jāti (Geburt) – Aussprache: Dschaa-ti
Das Erscheinen eines neuen Daseins im Kreislauf der Wiedergeburten (Saṃsāra), angetrieben durch Werden (Bhava). Es ist das elfte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Geburt (Jāti)]

Jhāna (Meditative Vertiefungen) – Aussprache: Dschaa-na
Stufen tiefer meditativer Sammlung und Vertiefung, die durch die Überwindung der fünf Hindernisse und die Entfaltung von Geistessammlung erreicht werden. Zur Frage, was spätere Zusätze sind: Mythos vs. Sutta.
[Link zur Hauptseite zu Meditative Vertiefungen (Jhāna)]

K

Kalyāṇamitta (Edle Freundschaft) – Aussprache: Kal-jaa-na-mit-ta
Bezeichnet die spirituelle Freundschaft mit tugendhaften und weisen Personen. Eine solche Freundschaft gilt als wesentliche Unterstützung und Voraussetzung für den Fortschritt auf dem Pfad.
[Link zur Hauptseite zu Edle Freundschaft (Kalyāṇamitta)]

Kāmacchanda (Sinnesverlangen) – Aussprache: Kaa-mat-tschan-da
Eines der fünf Hindernisse, das sich als starkes Verlangen nach Sinnesfreuden zeigt und den Geist von der Sammlung ablenkt.
[Link zur Hauptseite zu Sinnesverlangen (Kāmacchanda)]

Kāma-rāga (Sinnesbegehren) – Aussprache: Kaa-ma Raa-ga
Das Begehren nach sinnlichen Freuden und Objekten. Es ist die vierte der zehn Fesseln.
[Link zur Hauptseite zu 4. Sinnesbegehren (Kāma-rāga)]

Kāmāsava (Sinnestrieb) – Aussprache: Kaa-maa-sa-wa
Einer der vier Triebe (Āsavas): das Verlangen nach Sinnesfreuden und -objekten.
[Link zur Hauptseite zu Sinnestrieb (Kāmāsava)]

Kamma (Handlung) – Aussprache: Kam-ma
Absichtsvolle Handlungen in Körper, Rede und Geist; nach AN 6.63 ist die Absicht selbst das Kamma. Die Folgen (Vipāka) reifen zu gegenwärtiger oder zukünftiger Zeit. Kamma ist kein Schicksal: Nicht alles, was einem geschieht, ist Folge früherer Handlungen. Siehe auch Das ist halt mein Karma.
[Link zur Hauptseite zu Handlung (Kamma)]

Karuṇā (Mitgefühl) – Aussprache: Ka-ru-naa
Der Wunsch, dass alle Wesen von Leid befreit sein mögen. Es ist eines der vier Unermesslichen; ihr „naher Feind“ ist das bloße Mitleiden, das im Leid des anderen versinkt.
[Link zur Hauptseite zu Mitgefühl (Karuṇā)]

Kāyānupassanā (Körper (Betrachtung)) – Aussprache: Kaa-jaa-nu-pas-sa-naa
Die achtsame Betrachtung des Körpers, seiner Haltungen, Aktivitäten und Bestandteile, als eine der vier Grundlagen der Achtsamkeit.
[Link zur Hauptseite zu Körper (Kāyānupassanā)]

Khanti (Geduld) – Aussprache: Khan-ti
Die Fähigkeit, Widrigkeiten, Herausforderungen und Unannehmlichkeiten mit Ausdauer und ohne Zorn zu ertragen. Sie ist eine der zehn Vollkommenheiten.
[Link zur Hauptseite zu Geduld (Khanti)]

Kilesa (Geistige Befleckungen) – Aussprache: Ki-le-sa
Mentale Verunreinigungen wie Gier, Hass, Verblendung, Dünkel oder Neid, die den Geist trüben und Leid verursachen.
[Link zur Hauptseite zu Geistige Befleckungen (Kilesa)]

Kusala & Akusala (Heilsam & Unheilsam) – Aussprache: Ku-sa-la & A-ku-sa-la
Handlungen und Geisteszustände nach ihrer Wurzel und ihren Folgen: heilsam (Alobha, Adosa, Amoha als Wurzeln) führt zu Wohl, unheilsam (Lobha, Dosa, Moha) zu Leiden. Das ist kein moralisierendes „gut/böse“, sondern eine Frage von Ursache und Wirkung.
[Link zur Hauptseite zu Unheilsame Wurzeln (Übersicht)]

L

Lobha (Gier) – Aussprache: Lo-bha
Eine der drei unheilsamen Wurzeln (Akusala-Mūla), die sich als Verlangen, Anhaftung, Gier oder Begierde zeigt. Sie ist ein Haupthindernis für die geistige Entwicklung.
[Link zur Hauptseite zu Gier (Lobha)]

Loka (Welt / Daseinsbereich) – Aussprache: Lo-ka
Die „Welt“ meint in den Suttas sowohl die Welt der Sinneserfahrung, in der Entstehen und Vergehen der Welt erkannt wird (AN 4.45), als auch die Daseinsebenen der traditionellen Kosmologie (31 Ebenen).
[Link zur Hauptseite zu Die 31 Existenzebenen (Lokas)]

Lokadhammā (Acht Weltgesetze) – Aussprache: Lo-ka-dham-maa
Die acht weltlichen Gegebenheiten, denen alle Menschen ausgesetzt sind: Gewinn und Verlust, Ehre und Schande, Lob und Tadel, Glück und Leid. Ein Praktizierender lernt, ihnen mit Gleichmut zu begegnen.
[Link zur Hauptseite zu Acht Weltgesetze (Lokadhammā)]

Lokiya & Lokuttara (Weltlich & Überweltlich) – Aussprache: Lo-ki-ja & Lo-kut-ta-ra
Die Unterscheidung zwischen dem, was noch im Bereich der Welt wirkt (z. B. Verdienst, weltliche Rechte Ansicht), und dem, was aus der Welt hinausführt (die Pfad- und Fruchtmomente, Nibbāna).
[Link zur Hauptseite zu Weltlich vs. Überweltlich (Lokiya vs. Lokuttara)]

M

Magga (Pfad) – Aussprache: Mag-ga
Die vierte Edle Wahrheit, der Weg zur Beendigung des Leidens (der Edle Achtfache Pfad). Zugleich der „Pfad-Moment“, in dem eine Stufe des Erwachens durchbrochen wird; ihm folgt unmittelbar die Frucht (Phala).
[Link zur Hauptseite zu Achtfacher Pfad (Übersicht)]

Majjhimā Paṭipadā (Mittlerer Weg) – Aussprache: Mad-dschi-maa Pa-ti-pa-daa
Die Praxis, die die beiden Extreme von Sinnesgenuss (Kāmasukhallikānuyoga) und schmerzhafter Selbstkasteiung (Attakilamathānuyoga) vermeidet. Sie führt zu Ruhe, Einsicht und Nibbāna und ist mit dem Edlen Achtfachen Pfad identisch.
[Link zur Hauptseite zu Der Mittlere Weg]

Māna (Dünkel) – Aussprache: Maa-na
Stolz, Arroganz oder das Gefühl der Überlegenheit, Gleichheit oder Unterlegenheit im Vergleich zu anderen. Es ist die achte der zehn Fesseln.
[Link zur Hauptseite zu 8. Dünkel (Māna)]

Māra (Versuchung / Tod) – Aussprache: Maa-ra
Die Personifikation von Versuchung, Verhaftung und Tod; in den Suttas erscheint Māra als Gestalt und zugleich als Vorgang im eigenen Geist. Siehe auch Māra und seine Töchter.
[Link zur Hauptseite zu Prinzip der Versuchung (Māra)]

Mettā (Liebende Güte) – Aussprache: Met-taa
Der Wunsch nach dem Wohl und Glück aller Wesen, ohne Ausnahme oder Bedingungen. Es ist eines der vier Unermesslichen; ihr „naher Feind“ ist anhaftende Zuneigung, ihr „ferner Feind“ das Übelwollen. Siehe auch Die nahen Feinde der Liebe.
[Link zur Hauptseite zu Liebende Güte (Mettā)]

Micchā Magga (Falscher Pfad) – Aussprache: Mit-tschaa Mag-ga
Der acht- oder zehnfache Pfad in seiner unheilsamen Ausprägung (z. B. Falsche Ansicht, Falsche Rede). Er führt zu weiterem Leiden und tieferer Verstrickung im Daseinskreislauf, im Gegensatz zum Rechten Pfad (Sammā Magga).
[Link zur Hauptseite zu Achtfacher Pfad (Übersicht)]

Middha (Mattheit) – Aussprache: Mid-dha
Teil des Hindernisses Trägheit/Mattheit (Thīna-Middha), das sich als geistige Schwerfälligkeit, Benommenheit und mangelnde Klarheit zeigt.
[Link zur Hauptseite zu Trägheit/Mattheit (Thīna-Middha)]

Moha (Verblendung) – Aussprache: Mo-ha
Eine der drei unheilsamen Wurzeln (Akusala-Mūla), die sich als Unwissenheit, Täuschung oder geistige Blindheit zeigt. Sie ist die tiefste Ursache des Leidens.
[Link zur Hauptseite zu Verblendung (Moha)]

Muditā (Mitfreude) – Aussprache: Mu-di-taa
Die Freude am Glück und Erfolg anderer, ohne Neid oder Missgunst. Es ist eines der vier Unermesslichen.
[Link zur Hauptseite zu Mitfreude (Muditā)]

N

Nāma-rūpa (Geist-Körper) – Aussprache: Naa-ma Ruu-pa
Die Einheit von mentalen (Nāma) und physischen (Rūpa) Phänomenen, die untrennbar miteinander verbunden sind und das Individuum bilden. Es ist das vierte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Geist-Körper (Nāma-rūpa)]

Nekkhamma (Entsagung) – Aussprache: Nek-kham-ma
Der Verzicht auf Sinnesfreuden und weltliche Verstrickung. Sie ist eine der zehn Vollkommenheiten und unterstützt die Entwicklung des Geistes.
[Link zur Hauptseite zu Entsagung (Nekkhamma)]

Nibbidā (Ernüchterung / Überdruss) – Aussprache: Nib-bi-daa
Ein heilsamer Zustand der Ernüchterung oder des „Satt-Seins“ gegenüber weltlichen Dingen. Er entsteht nicht aus Depression, sondern wenn man durch Weisheit die Vergänglichkeit und Unbefriedigendheit der Phänomene tief erkennt.
[Link zur Hauptseite zu Kette der Befreiung]

Nibbāna (Erlöschung) – Aussprache: Nib-baa-na
Das höchste Ziel: das Erlöschen von Gier, Hass und Verblendung, das Ende des Leidens und des Kreislaufs der Wiedergeburten. Es ist kein Ort und kein „Nichts“, sondern das Unbedingte (Asaṅkhata), das schon im gegenwärtigen Leben als Abkühlung erfahrbar ist. Siehe auch Abkühlung jetzt.
[Link zur Hauptseite zu Erlöschung (Nibbāna)]

Nirodha (Aufhebung) – Aussprache: Ni-ro-dha
Die dritte der Vier Edlen Wahrheiten: das Ende oder die Aufhebung des Leidens durch das vollständige Loslassen und Erlöschen von Begehren (Taṇhā).
[Link zur Hauptseite zu Aufhebung (Nirodha)]

Nīvaraṇa (Hindernis / Hemmnis) – Aussprache: Nii-wa-ra-na
Wörtlich „Bedeckung“ oder „Schleier“. Mentale Störfaktoren, die die Klarheit des Geistes trüben, die Weisheit schwächen und das Erreichen von Sammlung (Samādhi) und Einsicht behindern. Meist sind die fünf Hindernisse (Pañca Nīvaraṇāni) gemeint.
[Link zur Hauptseite zu Hindernisse (Pañca Nīvaraṇāni)]

O

Ogha (Flut / Fluten) – Aussprache: O-gha
Vier Fluten, die Wesen in den Saṃsāra ziehen und am Erreichen der Befreiung hindern: die Flut der Sinnlichkeit (kāmogha), des Werdens (bhavogha), der Ansichten (diṭṭhogha) und der Unwissenheit (avijjogha).
[Link zur Hauptseite zu Flut/Fluten (Ogha)]

P

Pañca Khandhā (5 Aggregate) – Aussprache: Pan-tscha Khan-dhaa
Die fünf Daseinsgruppen, aus denen sich Erfahrung zusammensetzt: Form (Rūpa), Gefühl (Vedanā), Wahrnehmung (Saññā), geistige Formationen (Saṅkhāra) und Bewusstsein (Viññāṇa). Sie sind das Objekt der Einsicht, da sie vergänglich, unbefriedigend und ohne Selbst sind.
[Link zur Hauptseite zu 5 Aggregate (Pañca Khandhā)]

Pañca Nīvaraṇāni (5 Hindernisse) – Aussprache: Pan-tscha Nii-wa-ra-naa-ni
Fünf mentale Hindernisse, die den Geist trüben und die Entwicklung von Sammlung und Einsicht behindern: Sinnesverlangen, Übelwollen, Trägheit/Mattheit, Unruhe/Sorge und Zweifel.
[Link zur Hauptseite zu Hindernisse (Pañca Nīvaraṇāni)]

Pañca Sīlāni (Fünf Übungsregeln) – Aussprache: Pan-tscha Sii-laa-ni
Die fünf ethischen Richtlinien, die Laien beachten, um heilsames Verhalten zu fördern: Nicht-Töten, Nicht-Stehlen, Vermeiden von sexuellem Fehlverhalten, Nicht-Lügen, Verzicht auf berauschende Mittel.
[Link zur Hauptseite zu Fünf Übungsregeln (Pañca Sīlāni)]

Paññā (Weisheit) – Aussprache: Pan-njaa
Das unmittelbare, selbst erfahrene Verstehen der Wirklichkeit, insbesondere der Vier Edlen Wahrheiten und der drei Daseinsmerkmale. Sie ist eine der zehn Vollkommenheiten und ein zentraler Aspekt des Achtfachen Pfades.
[Link zur Hauptseite zu Weisheit (Paññā)]

Papañca (Gedankenwuchern) – Aussprache: Pa-pan-tscha
Das Überwuchern von Gedanken, mentale oder konzeptuelle Ausbreitung, die zu Anhaftung, Verwirrung und Streit führt. Siehe auch Die Konflikt-Maschine.
[Link zur Hauptseite zu Gedankenwuchern (Papañca)]

Parinibbāna (Völliges Erlöschen) – Aussprache: Pa-ri-nib-baa-na
Das vollständige Erlöschen beim Tod eines Arahant, ohne dass ein weiteres Werden folgt. Auch der Name für den Tod des Buddha (DN 16).
[Link zur Hauptseite zu Erlöschung (Nibbāna)]

Pasāda (Klare Zuversicht) – Aussprache: Pa-saa-da
Die heitere, klare Zuversicht, die aus Einsicht und Erfahrung erwächst. Sie ist die gefühlte Seite des Vertrauens (Saddhā).
[Link zur Hauptseite zu Klare Zuversicht (Pasāda)]

Paṭikkūlamanasikāra (Betrachtung des Widerwärtigen) – Aussprache: Pa-tik-kuu-la-ma-na-si-kaa-ra
Die analytische Zerlegung des Körpers in seine 32 Bestandteile (wie Haare, Fleisch, Knochen), um die Wahrnehmung von Schönheit zu dekonstruieren und sinnliches Begehren zu überwinden.
[Link zur Hauptseite zu Spezifische Meditationen]

Phala (Frucht) – Aussprache: Pha-la
Der Moment der „Frucht“ oder Verwirklichung, der unmittelbar auf den Pfad-Moment (Magga) einer Erleuchtungsstufe folgt. Es ist das Ergebnis des Durchbrechens von Fesseln, nicht zu verwechseln mit Vipāka, dem Reifen von Kamma.
[Link zur Hauptseite zu Frucht des Pfades]

Phassa (Kontakt / Berührung) – Aussprache: Phas-sa
Das Zusammentreffen von drei Faktoren: Sinnesorgan, Sinnesobjekt und Bewusstsein. Phassa ist die Bedingung für das Entstehen von Gefühl (Vedanā) und Wahrnehmung (Saññā).
[Link zur Hauptseite zu 6. Kontakt (Phassa)]

Pāramī (10 Vollkommenheiten) – Aussprache: Paa-ra-mii
Zehn Eigenschaften, die entwickelt werden: Geben, Tugend, Entsagung, Weisheit, Energie, Geduld, Wahrhaftigkeit, Entschlossenheit, liebende Güte und Gleichmut. Herkunft: die Zehnerliste stammt aus späten Kanonschichten (Buddhavaṃsa, Cariyāpiṭaka) und den Kommentaren und beschreibt vor allem den Weg eines Bodhisatta; die Einzelqualitäten sind in den Nikāyas vielfach belegt.
[Link zur Hauptseite zu 10 Vollkommenheiten (Pāramī)]

Pariyatti (Theorie) – Aussprache: Pa-ri-jat-ti
Der theoretische Aspekt der Lehre: das Studium der Schriften und das Verständnis der Konzepte. Herkunft: die Dreiteilung Pariyatti, Paṭipatti, Paṭivedha stammt aus der Kommentarliteratur.
[Link zur Hauptseite zu Theorie, Praxis, Ziel (Pariyatti, Paṭipatti, Paṭivedha)]

Passaddhi (Ruhe) – Aussprache: Pas-sad-dhi
Die körperliche und geistige Ruhe und Entspannung, die in meditativen Zuständen auftritt. Es ist das fünfte der sieben Erleuchtungsglieder.
[Link zur Hauptseite zu Ruhe (Passaddhi)]

Paṭiccasamuppāda (Bedingtes Entstehen) – Aussprache: Pa-tit-tscha-sa-mup-paa-da
Die Lehre über die Entstehung des Leidens und seine Aufhebung, mit zwölf miteinander verknüpften Gliedern. Sie zeigt, wie alle Phänomene voneinander abhängen und sich gegenseitig bedingen.
[Link zur Hauptseite zu Bedingtes Entstehen (Paṭiccasamuppāda)]

Paṭipatti (Praxis) – Aussprache: Pa-ti-pat-ti
Der praktische Aspekt der Lehre: das Befolgen der ethischen Regeln und die Kultivierung der Meditation.
[Link zur Hauptseite zu Theorie, Praxis, Ziel (Pariyatti, Paṭipatti, Paṭivedha)]

Paṭivedha (Ziel / Durchdringung) – Aussprache: Pa-ti-wee-dha
Das Ziel oder die Verwirklichung der Lehre, also die direkte Erfahrung und das Erreichen des Erwachens (Nibbāna).
[Link zur Hauptseite zu Theorie, Praxis, Ziel (Pariyatti, Paṭipatti, Paṭivedha)]

Pīti (Freude) – Aussprache: Pii-ti
Strahlende Freude oder Wonne, die als Faktor in meditativen Vertiefungen (Jhāna) auftreten kann. Es ist das vierte der sieben Erleuchtungsglieder.
[Link zur Hauptseite zu Freude (Pīti)]

Puñña (Verdienst) – Aussprache: Pun-nja
Heilsames Kamma und sein glückbringendes Ergebnis (aus Geben, Tugend, Meditation). Verdienst schafft günstige Bedingungen für die Praxis, ist aber nicht selbst das, was befreit; dafür braucht es Einsicht.
[Link zur Hauptseite zu Verdienst (Puñña)]

Punabbhava (Wiedergeburt) – Aussprache: Pu-nab-bha-wa
Der kontinuierliche Prozess des Werdens und Wieder-Werdens in verschiedenen Daseinsbereichen, angetrieben durch Kamma und Anhaftung.
[Link zur Hauptseite zu Wiedergeburt (Punabbhava)]

R

Rūpa (Form) – Aussprache: Ruu-pa
Das materielle Element, das den Körper und äußere Phänomene umfasst. Es ist das erste der fünf Aggregate.
[Link zur Hauptseite zu Form (Rūpa)]

Rūpa-rāga (Form-Begehren) – Aussprache: Ruu-pa Raa-ga
Das Begehren nach Existenz in feinstofflichen Daseinsebenen oder die Anhaftung an Zustände der Vertiefungen mit Form. Es ist die sechste der zehn Fesseln.
[Link zur Hauptseite zu 6. Form-Begehren (Rūpa-rāga)]

S

Sacca (Wahrhaftigkeit) – Aussprache: Sat-tscha
Die Praxis der Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Integrität in Gedanken, Worten und Taten. Sie ist eine der zehn Vollkommenheiten. (Das Wort bedeutet in „Ariyasacca“ auch „Wahrheit“.)
[Link zur Hauptseite zu Wahrhaftigkeit (Sacca)]

Saddhā (Vertrauen) – Aussprache: Sad-dhaa
Das vertrauensvolle Zutrauen in den Buddha, seine Lehre (Dhamma) und seine Gemeinschaft (Saṅgha), das als Grundlage für die Praxis dient. Es ist kein blinder Glaube, sondern wächst mit der eigenen Erfahrung.
[Link zur Hauptseite zu Vertrauen (Saddhā)]

Sakadāgāmī (Einmalwiederkehrer) – Aussprache: Sa-ka-daa-gaa-mii
Die zweite Stufe des Erwachens: Die ersten drei Fesseln sind überwunden, Gier und Hass sind stark abgeschwächt. Es folgt höchstens noch eine Wiederkehr in die Sinnenwelt.
[Link zur Hauptseite zu Der weitere Pfad]

Sakkāya (Persönlichkeit / Daseinsgruppe) – Aussprache: Sak-kaa-ja
Bezeichnung für die fünf Daseinsgruppen des Anhaftens (Upādānakkhandhā), die der ungeschulte Geist fälschlich als „Selbst“ oder „Person“ identifiziert. Die Überwindung dieser Sichtweise ist der erste Schritt zum Stromeintritt.
[Link zur Hauptseite zu Ich-Glaube (Sakkāya-diṭṭhi)]

Sakkāya-diṭṭhi (Ich-Glaube) – Aussprache: Sak-kaa-ja Dit-thi
Die Ansicht, eine der fünf Daseinsgruppen sei ein beständiges „Ich“ oder gehöre zu einem solchen. Es ist die erste und grundlegendste der zehn Fesseln.
[Link zur Hauptseite zu Ich-Glaube (Sakkāya-diṭṭhi)]

Saḷāyatana (6 Sinne) – Aussprache: Sa-laa-ja-ta-na
Die sechs Sinnesgrundlagen: Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist, die den Kontakt mit den entsprechenden Sinnesobjekten herstellen. Es ist das fünfte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu 6 Sinnesbereiche (Saḷāyatana)]

Samādhi (Sammlung) – Aussprache: Sa-maa-dhi
Geistige Sammlung und Einigung, die bis zu den meditativen Vertiefungen (Jhāna) führen kann. Es ist das sechste der sieben Erleuchtungsglieder und ein zentraler Aspekt des Achtfachen Pfades.
[Link zur Hauptseite zu Sammlung (Samādhi)]

Samatha-Bhāvanā (Ruhe-Meditation) – Aussprache: Sa-ma-tha Bhaa-wa-naa
Die Entfaltung von Ruhe und Sammlung, etwa durch Atemachtsamkeit. In den Suttas bilden Samatha und Vipassanā ein Paar, das im Gleichschritt entwickelt wird (AN 4.170), und nicht zwei getrennte Schulen. Siehe auch Zusammenspiel Samatha & Vipassanā.
[Link zur Hauptseite zu Ruhe-Meditation (Samatha-Bhāvanā)]

Sammā Ājīva (Rechter Lebenserwerb) – Aussprache: Sam-maa Aa-dschii-wa
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: den Lebensunterhalt auf ethische Weise zu verdienen, ohne anderen zu schaden.
[Link zur Hauptseite zu Rechter Lebenserwerb (Sammā Ājīva)]

Sammā Diṭṭhi (Rechte Ansicht) – Aussprache: Sam-maa Dit-thi
Der erste Faktor des Achtfachen Pfades: das richtige Verständnis der Vier Edlen Wahrheiten, des Gesetzes von Kamma und der Unbeständigkeit aller Phänomene.
[Link zur Hauptseite zu Rechte Ansicht (Sammā Diṭṭhi)]

Sammā Kammanta (Rechtes Handeln) – Aussprache: Sam-maa Kam-man-ta
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: ethisches körperliches Handeln, insbesondere das Vermeiden von Töten, Stehlen und sexuellem Fehlverhalten.
[Link zur Hauptseite zu Rechtes Handeln (Sammā Kammanta)]

Sammā Saṅkappa (Rechter Entschluss) – Aussprache: Sam-maa Sang-kap-pa
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: reine Absichten, der Entschluss zu Entsagung, Wohlwollen und Gewaltlosigkeit.
[Link zur Hauptseite zu Rechter Entschluss (Sammā Saṅkappa)]

Sammā Sati (Rechte Achtsamkeit) – Aussprache: Sam-maa Sa-ti
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: die Entwicklung von Achtsamkeit auf Körper, Gefühle, Geist und Geistobjekte.
[Link zur Hauptseite zu Rechte Achtsamkeit (Sammā Sati)]

Sammā Samādhi (Rechte Sammlung) – Aussprache: Sam-maa Sa-maa-dhi
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: die Entwicklung tiefer meditativer Sammlung (Jhāna).
[Link zur Hauptseite zu Rechte Sammlung (Sammā Samādhi)]

Sammā Vācā (Rechte Rede) – Aussprache: Sam-maa Waa-tschaa
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: ethisches Sprechen, insbesondere das Vermeiden von Lügen, Verleumdung, grober Rede und leerem Geschwätz. Siehe auch Rechte Rede im Zeitalter von Social Media.
[Link zur Hauptseite zu Rechte Rede (Sammā Vācā)]

Sammā Vāyāma (Rechte Anstrengung) – Aussprache: Sam-maa Waa-jaa-ma
Einer der Aspekte des Achtfachen Pfades: die vier rechten Anstrengungen, also Unheilsames vermeiden, Unheilsames überwinden, Heilsames entwickeln und Heilsames bewahren.
[Link zur Hauptseite zu Rechte Anstrengung (Sammā Vāyāma)]

Sammappadhānā (Anstrengungen) – Aussprache: Sam-map-pa-dhaa-naa
Die vier rechten Anstrengungen als Gruppe der Faktoren zum Erwachen: das Entstehen von Unheilsamem verhindern, bestehendes Unheilsames überwinden, das Entstehen von Heilsamem fördern und bestehendes Heilsames aufrechterhalten.
[Link zur Hauptseite zu Anstrengungen (Sammappadhānā)]

Sampajañña (Klares Verstehen) – Aussprache: Sam-pa-dschan-nja
Die klare, verstehende Bewusstheit, die stets mit Achtsamkeit (Sati) einhergehen sollte. Sie prüft Zweck, Eignung und Wirklichkeit einer Handlung oder Situation.
[Link zur Hauptseite zu Klares Verstehen (Sampajañña)]

Sammuti & Paramattha Sacca (Wirklichkeiten) – Aussprache: Sam-mu-ti & Pa-ra-mat-tha Sat-tscha
Die Unterscheidung zwischen konventioneller Wahrheit (Sammuti), die sich auf Alltagsbegriffe und Bezeichnungen bezieht, und höchster Wahrheit (Paramattha), die die Wirklichkeit jenseits von Begriffen beschreibt. Herkunft: Abhidhamma und Kommentare; die Suttas kennen verwandte Gedanken, etwa Aussagen mit direkter und mit auszulegender Bedeutung.
[Link zur Hauptseite zu Wirklichkeiten (Sammuti- & Paramatthasacca)]

Saṃsāra (Kreislauf) – Aussprache: San-saa-ra
Der endlose Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, der durch Gier, Hass und Verblendung aufrechterhalten wird, bis Nibbāna erreicht ist.
[Link zur Hauptseite zu Kreislauf (Saṃsāra)]

Saṃvega (Spirituelle Dringlichkeit) – Aussprache: San-we-ga
Ein Gefühl der Erschütterung und ernüchternden Dringlichkeit, das entsteht, wenn man die Gefahren und die Ziellosigkeit des endlosen Daseinskreislaufs (Saṃsāra) tief erkennt. Es ist kein Pessimismus, sondern der Impuls, der zu ernsthafter Praxis und zur Suche nach einem Ausweg antreibt.
[Link zur Hauptseite zu Ergriffenheit (Saṃvega)]

Samudaya (Ursache) – Aussprache: Sa-mu-da-ja
Die zweite der Vier Edlen Wahrheiten: die Ursache des Leidens, das Begehren (Taṇhā).
[Link zur Hauptseite zu Ursache (Samudaya)]

Saṅgha (Gemeinschaft) – Aussprache: Sang-gha
Die Gemeinschaft der Praktizierenden. Die dritte der Drei Juwelen meint ausdrücklich die Gemeinschaft der edlen Schüler (Ariya-Saṅgha), die den Pfad verwirklicht haben; davon unterscheidet sich die Ordensgemeinschaft der Mönche und Nonnen.
[Link zur Hauptseite zu Gemeinschaft (Saṅgha)]

Saṅkhāra (Formationen) – Aussprache: Sang-khaa-ra
Ein vieldeutiger Begriff: (1) alles Bedingte, (2) die willentlichen Gestaltungen (Cetanā) als viertes Aggregat und zweites Glied im Bedingten Entstehen, (3) die Körper-, Rede- und Geistformationen. In der Aggregate-Lehre steht Saṅkhāra für das Wollen und Gestalten, das aus Unwissenheit heraus weiteres Werden bedingt.
[Link zur Hauptseite zu Formationen (Saṅkhāra)]

Saññā (Wahrnehmung) – Aussprache: San-njaa
Die Fähigkeit des Geistes, Objekte zu erkennen, einzuordnen und zu benennen. Es ist das dritte der fünf Aggregate.
[Link zur Hauptseite zu Wahrnehmung (Saññā)]

Sati (Achtsamkeit) – Aussprache: Sa-ti
Wörtlich „Erinnern“ oder „Gegenwärtighalten“: das wache Gegenwärtighalten dessen, was gerade geschieht und was heilsam ist. In den Suttas arbeitet Sati stets mit Klarem Verstehen (Sampajañña) und der Unterscheidung von heilsam und unheilsam zusammen; „nicht-wertend“ ist eine Zutat der modernen Achtsamkeitspraxis. Sie ist das erste Erleuchtungsglied und ein Faktor des Achtfachen Pfades. Siehe auch Was die moderne Achtsamkeit vergessen hat.
[Link zur Hauptseite zu Achtsamkeit (Sati)]

Satipaṭṭhāna (Achtsamkeitsgrundlagen) – Aussprache: Sa-ti-pat-thaa-na
Die vier Bereiche, auf die sich die Achtsamkeitspraxis richtet: Körper, Gefühle, Geist und Geistobjekte. Die konsequente Übung der Achtsamkeitsgrundlagen führt zu Einsicht und Befreiung.
[Link zur Hauptseite zu Achtsamkeitsgrundlagen (Satipaṭṭhāna)]

Satta Bojjhaṅgā (7 Erleuchtungsglieder) – Aussprache: Sat-ta Bod-dschang-gaa
Sieben Faktoren, die zum Erwachen führen: Achtsamkeit, Dhamma-Untersuchung, Energie, Freude, Ruhe, Sammlung und Gleichmut.
[Link zur Hauptseite zu 7 Erleuchtungsglieder (Satta Bojjhaṅgā)]

Sīla (Tugend) – Aussprache: Sii-la
Ethische und moralische Reinheit, die sich in rechtem körperlichem, sprachlichem und geistigem Handeln zeigt. Sie ist eine der zehn Vollkommenheiten und die Grundlage für die Entwicklung von Sammlung und Weisheit.
[Link zur Hauptseite zu Tugend (Sīla)]

Sīlabbata-parāmāsa (Riten-Anhaftung) – Aussprache: Sii-lab-ba-ta Pa-raa-maa-sa
Die Anhaftung an bloße Riten und Rituale oder das Festhalten an ethischen Regeln als Selbstzweck, ohne das tiefere Verständnis ihrer Bedeutung. Es ist die dritte der zehn Fesseln.
[Link zur Hauptseite zu 3. Riten-Anhaftung (Sīlabbata-parāmāsa)]

Sīvathikā (Leichenfeld-Betrachtung) – Aussprache: Sii-wa-thi-kaa
Die Kontemplation über Stadien der Verwesung eines Leichnams. Diese Übung dient der tiefen Verinnerlichung der Vergänglichkeit und der Natur des eigenen Körpers.
[Link zur Hauptseite zu Spezifische Meditationen]

Sotāpanna (Stromeingetretener) – Aussprache: So-taa-pan-na
Ein Edler Schüler, der die erste Stufe des Erwachens erreicht hat. Er hat die ersten drei Fesseln überwunden, besitzt unerschütterliches Vertrauen in die Drei Juwelen und wird höchstens noch siebenmal wiedergeboren.
[Link zur Hauptseite zu Pfad zum Stromeintritt]

Suññatā (Leerheit) – Aussprache: Sun-nja-taa
In den frühen Texten: leer von Selbst und von dem, was zu einem Selbst gehört (SN 35.85); zugleich ein meditatives Verweilen (MN 121), kein metaphysisches Prinzip. Spätere Traditionen bauen den Begriff zu Śūnyatā aus; diese erweiterte Bedeutung wird getrennt behandelt, siehe Erweiterte Leerheit (Śūnyatā).
[Link zur Hauptseite zu Leerheit (Suññatā)]

Sutta (Lehrrede) – Aussprache: Sut-ta
Wörtlich „Faden“: eine Lehrrede des Buddha oder seiner Schüler. Der Sutta-Piṭaka enthält die vier großen Sammlungen (DN, MN, SN, AN) und die Kleine Sammlung.
[Link zur Hauptseite zu Der Sutta-Piṭaka]

T

Taṇhā (Begehren) – Aussprache: Tan-haa
Ein starkes Verlangen oder Durst, der in drei Formen auftritt: Verlangen nach Sinnesfreuden (kāma-taṇhā), nach Existenz (bhava-taṇhā) und nach Nicht-Existenz (vibhava-taṇhā). Es ist die Ursache des Leidens (Dukkha) und das achte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Begehren (Taṇhā)]

Tathāgata (So-Gegangener) – Aussprache: Ta-thaa-ga-ta
Eine Selbstbezeichnung des Buddha in den Suttas, oft mit „der So-Gegangene“ oder „der So-Gekommene“ wiedergegeben; sie verweist auf einen, der die Wirklichkeit „so“ (tathā) erkannt hat.
[Link zur Hauptseite zu Buddha (Tathāgata)]

Thīna-Middha (Trägheit / Mattheit) – Aussprache: Thii-na Mid-dha
Eines der fünf Hindernisse, das sich als geistige Trägheit, Stumpfheit, Schläfrigkeit und Energielosigkeit zeigt.
[Link zur Hauptseite zu Trägheit/Mattheit (Thīna-Middha)]

Ti-Ratana (Drei Juwelen) – Aussprache: Ti Ra-ta-na
Die drei Zufluchten im Buddhismus: der Buddha (der Erwachte), der Dhamma (seine Lehre) und der Saṅgha (die Gemeinschaft der edlen Schüler).
[Link zur Hauptseite zu Drei Juwelen (Ti-Ratana)]

Ti-sikkhā (Drei Schulungen) – Aussprache: Ti Sik-khaa
Die drei Hauptbereiche der Praxis: höhere Sittlichkeit (Adhisīla), höhere Geistessammlung (Adhicitta) und höhere Weisheit (Adhipaññā). Sie fassen den Achtfachen Pfad zusammen. (Pāli-Pluralform: Tisso Sikkhā.)
[Link zur Hauptseite zu Drei Schulungen (Ti-Sikkhā)]

Tilakkhaṇa (3 Daseinsmerkmale) – Aussprache: Ti-lak-kha-na
Die drei universellen Merkmale alles Bedingten: Vergänglichkeit (Anicca), Leiden (Dukkha) und Nicht-Selbst (Anattā). Das tiefe Verstehen dieser Merkmale führt zur Befreiung.
[Link zur Hauptseite zu 3 Daseinsmerkmale (Tilakkhaṇa)]

Tipiṭaka (Dreikorb) – Aussprache: Ti-pi-ta-ka
Der Pāli-Kanon in seinen drei „Körben“: Vinaya (Ordensregeln), Sutta (Lehrreden) und Abhidhamma (systematische Analyse).
[Link zur Hauptseite zu Struktur (Tipiṭaka)]

U

Uddhacca (Ruhelosigkeit) – Aussprache: Ud-dhat-tscha
Eine der zehn Fesseln und Bestandteil des vierten der fünf Hindernisse (Unruhe/Sorge); sie zeigt sich als geistige Unruhe, Aufregung oder Zerstreuung.
[Link zur Hauptseite zu 9. Ruhelosigkeit (Uddhacca)]

Uddhacca-Kukkucca (Unruhe / Sorge) – Aussprache: Ud-dhat-tscha Kuk-kut-tscha
Eines der fünf Hindernisse, bestehend aus Ruhelosigkeit (Uddhacca) und Gewissensbissen oder Reue (Kukkucca), das den Geist daran hindert, ruhig und gesammelt zu sein.
[Link zur Hauptseite zu Unruhe/Sorge (Uddhacca-Kukkucca)]

Upādāna (Anhaften) – Aussprache: U-paa-daa-na
Ein intensives Festhalten an Sinnesgenuss, Ansichten, Riten und Ritualen oder am Konzept des Selbst. Wörtlich auch „Brennstoff“. Es ist das neunte Glied im Bedingten Entstehen und führt zum Werden (Bhava).
[Link zur Hauptseite zu Anhaften (Upādāna)]

Upādānakkhandhā (Daseinsgruppen des Anhaftens) – Aussprache: U-paa-daa-nak-khan-dhaa
Die fünf Aggregate, soweit sie mit Anhaften besetzt sind. Nicht die Aggregate selbst sind das Problem, sondern das Festhalten an ihnen als „mein“ oder „ich“.
[Link zur Hauptseite zu 5 Aggregate (Pañca Khandhā)]

Upāya (Geschickte Mittel) – Aussprache: U-paa-ja
Der Einsatz geeigneter Mittel und Methoden, um die Lehre an Bedürfnisse und Verständnis verschiedener Menschen anzupassen. Herkunft: im Pāli als Lehrklugheit belegt, im Mahāyāna zu einem zentralen Lehrprinzip ausgebaut; siehe Geschickte Mittel in den Traditionen.
[Link zur Hauptseite zu Geschickte Mittel (Upāya)]

Upekkhā (Gleichmut) – Aussprache: U-pek-khaa
Die Geisteshaltung der Ausgeglichenheit, Gelassenheit und Neutralität gegenüber allen Erfahrungen, ohne Anhaftung oder Abneigung. Es ist eines der vier Unermesslichen und das siebte der sieben Erleuchtungsglieder. Gleichmut ist weder Gleichgültigkeit noch Kälte.
[Link zur Hauptseite zu Gleichmut (Upekkhā)]

Uposatha (Uposatha-Tag) – Aussprache: U-po-sa-tha
Ein besonderer Tag im buddhistischen Kalender (an den Mondphasen, vor allem Voll- und Neumond), an dem Laien die acht Übungsregeln beachten, Mönche das Pāṭimokkha rezitieren und alle sich stärker der Dhamma-Praxis widmen.
[Link zur Hauptseite zu Uposatha-Tag (Uposatha)]

V

Vedanā (Gefühl) – Aussprache: We-da-naa
Die Empfindung von Angenehmem, Unangenehmem oder Neutralem, die aus dem Kontakt der Sinne mit ihren Objekten entsteht. Es ist das zweite der fünf Aggregate und das siebte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Gefühl (Vedanā)]

Vedanānupassanā (Gefühle (Betrachtung)) – Aussprache: We-da-naa-nu-pas-sa-naa
Die achtsame Betrachtung der Gefühle (angenehm, unangenehm, neutral), ihrer Natur und ihres Entstehens und Vergehens, als eine der vier Grundlagen der Achtsamkeit.
[Link zur Hauptseite zu Gefühle (Vedanānupassanā)]

Vicikicchā (Zweifel) – Aussprache: Wi-tschi-kit-tschaa
Eines der fünf Hindernisse und die zweite der zehn Fesseln: lähmende Ungewissheit, Skepsis oder Mangel an Vertrauen in Lehre und Pfad. Gesundes Prüfen und Fragen ist damit nicht gemeint.
[Link zur Hauptseite zu Zweifel (Vicikicchā)]

Vimutti (Befreiung) – Aussprache: Wi-mut-ti
Die endgültige Erlösung vom Leiden durch das vollständige Erlöschen der Befleckungen. Die Suttas unterscheiden Befreiung des Herzens (Ceto-vimutti) und Befreiung durch Weisheit (Paññā-vimutti); beim Arahant sind beide vollendet.
[Link zur Hauptseite zu Befreiung (Vimutti)]

Vinaya (Ordensdisziplin) – Aussprache: Wi-na-ja
Die Regeln und Verfahren für die Gemeinschaft der Mönche und Nonnen. Sie sind für Ordinierte gedacht, nicht als Gebote für Laien; siehe Vinaya vs. Laienleben.
[Link zur Hauptseite zu Der Vinaya-Piṭaka]

Viññāṇa (Bewusstsein) – Aussprache: Win-njaa-na
Das erkennende Gewahrsein über die sechs Sinne. Es entsteht bedingt durch Sinnesorgan und Objekt (MN 38) und ist kein bleibender Beobachter. Es ist das fünfte der fünf Aggregate und das dritte Glied im Bedingten Entstehen.
[Link zur Hauptseite zu Bewusstsein (Viññāṇa)]

Vipāka (Frucht / Ergebnis) – Aussprache: Wi-paa-ka
Das Reifen von Kamma: die Ergebnisse früherer Absichten, die als Erfahrung erscheinen. Nicht zu verwechseln mit Phala, der „Frucht“ eines Pfad-Moments.
[Link zur Hauptseite zu Frucht (Vipāka)]

Vipallāsa (Verzerrung) – Aussprache: Wi-pal-laa-sa
Die Verzerrungen der Wahrnehmung, des Denkens und der Ansicht: im Vergänglichen Beständiges, im Leidvollen Glück, im Selbstlosen ein Selbst und im Unschönen Schönheit zu sehen (AN 4.49). Siehe auch Der Systemfehler: Die 4 Vipallāsa.
[Link zur Hauptseite zu Kognitive Verzerrungen (Vipallāsa)]

Vipassanā-Bhāvanā (Einsichts-Meditation) – Aussprache: Wi-pas-sa-naa Bhaa-wa-naa
Die Entfaltung der Einsicht in die wahre Natur der Wirklichkeit (die drei Daseinsmerkmale) durch direkte Beobachtung. Sie ist mit Samatha ein Paar, nicht ein Gegensatz (AN 4.170).
[Link zur Hauptseite zu Einsichts-Meditation (Vipassanā-Bhāvanā)]

Virāga (Loslösung / Entsüchtigung) – Aussprache: Wi-raa-ga
Das Schwinden, Verblassen oder Aufhören des Begehrens (Taṇhā) und der Leidenschaft. Virāga ist die Folge der Ernüchterung (Nibbidā) und oft ein Synonym für den Pfad zur Befreiung oder für Nibbāna selbst.
[Link zur Hauptseite zu Kette der Befreiung]

Vitakka & Vicāra (Hinwendung & Untersuchen) – Aussprache: Wi-tak-ka & Wi-tschaa-ra
Zwei Faktoren im ersten Jhāna: Vitakka richtet den Geist wie ein Scheinwerfer auf das Objekt, Vicāra hält ihn wie eine Lupe darauf und erkundet es. Außerhalb der Meditation heißt Vitakka schlicht „Gedanke“. Praktisch: Meditation verstehen (Praxisleitfaden).
[Link zur Hauptseite zu Die Mechanik der Aufmerksamkeit: Vitakka und Vicāra]

Vīriya (Energie) – Aussprache: Wii-ri-ja
Die zielgerichtete Anstrengung, Ausdauer und Entschlossenheit auf dem Pfad. Es ist das dritte der sieben Erleuchtungsglieder.
[Link zur Hauptseite zu Energie (Vīriya)]

Y

Yoga (Joch / Anschirrung) – Aussprache: Joo-ga
Metaphorischer Begriff für das „Joch“, das Wesen an den Kreislauf der Wiedergeburten (Saṃsāra) fesselt, vergleichbar mit einem Zugtier vor dem Karren. Es werden vier Arten unterschieden: Sinnlichkeit, Werden, Ansichten und Unwissenheit. Gemeint ist nicht Yoga als Körperübung.
[Link zur Hauptseite zu Joche/Bürden (Yogas)]

Yoniso manasikāra (Weise Betrachtung) – Aussprache: Jo-ni-so Ma-na-si-kaa-ra
Die Fähigkeit des Geistes, Phänomene sorgfältig und systematisch zu prüfen, um ihre wahre Natur zu verstehen, statt sie oberflächlich oder verzerrt wahrzunehmen.
[Link zur Hauptseite zu Weise Betrachtung (Yoniso Manasikāra)]

Weiterlesen: Missverständnisse im Detail

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